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LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunkstandard, der für eine schnellere Datenübertragung im Mobilfunknetz steht. Man spricht auch von Next Generation Mobile Networks (NGMN). LTE ist der Nachfolger der Mobilfunkstandards UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und HSDPA (High-Speed Downlink Packet Access). Während bei UMTS/ HSDPA von Mobilfunkstandards der dritten Generation (3G) die Rede ist, wird LTE landläufig dem 4G-Standard (4G) zugeordnet. Korrekter Weise wird aber erst der LTE-Advanced-Standard den 4G-Kriterien entsprechen.

 

Abgesehen von diesen sprachlichen Feinheiten verfügt LTE über eine Reihe von Vorzügen, die an dieser Stelle umrissen werden sollen. Doch welche Vorteile hat LTE konkret und wofür lässt sich das Mobilfunknetz der nächsten Generation sinnvoll anwenden? Wenn von den Vorteilen von LTE die Rede ist, geht es zumeist um die höheren Maximalgeschwindigkeiten von Internetverbindungen, die sowohl beim Download als auch beim Upload erreicht werden können. Derzeit geht man davon aus, dass beim Download Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s realisiert werden können. Beim Upload entsprechend 50 Mbit/s. Und dieser wird in absehbarer Zeit noch gesteigert werden können. Nach den ersten Ausbaustufen und den Verbesserungen durch LTE-Advanced soll sogar ein Internetspeed von bis zu 300 Mbit/s und mehr möglich sein. Gelingt ein flächendeckender Ausbau in absehbarer Zeit, wird das Internet via LTE-Technologie DSL- und VDSL-Anschlüsse sowie Internetanschlüsse via Kabel sukzessive verdrängen. An dieser Stelle zeigt sich ein zweiter Vorteil von LTE. Im Gegensatz zu DSL-, VDSL- und Kabelnetzen ist die Infrastruktur nicht nur relativ leicht aufrüstbar, sondern deren Auf- und Ausbau mit wesentlich geringeren Kosten für die Provider verbunden. Die geringeren Netzaufbaukosten ergeben sich aus der größeren Reichweite der LTE-Signale, wodurch weniger Mobilfunksendestationen errichtet werden müssen.

 

Als dritter, wesentlicher Vorteil von LTE ist die Abwärtskompatibilität des neuen Mobilfunkstandards zu nennen. Alle Endgeräte, die LTE-fähig sind, sind mit älteren Mobilfunkstandards wie GPRS, EDGE, UMTS oder HSPA kompatibel. Dass bedeutet für den User konkret: Ist einmal kein LTE am jeweiligen Aufenthaltsort verfügbar, kann er problemlos auch via UMTS/ HSDPA ins Internet gehen.

 

Der vierte Aspekt resultiert aus den technischen Vorteilen von LTE – siehe auch LTE Vergleich. Da LTE nicht kabelgebunden ist und per Funk übertragen wird, kann mit diesem neuen Mobilfunkstandard, vor allem in ländlichen Regionen, die DSL-Versorgungsglücke geschlossen werden. Noch immer gibt es in Deutschland Gebiete, wo Verbraucher keinen Highspeed-Internetzugang haben. Derzeit geht man davon aus, dass bis 2016 fast alle weißen Flecken auf der Internet-Breitband-Landkarte in Deutschland Dank LTE verschwunden sind. Neben der Schließung der DSL-Versorgungslücke hat LTE aber noch eine zweite wichtige Funktion. Immer mehr Menschen gehen mit ihren Smartphones, Laptops oder Tablet-PCs auch unterwegs ins Internet. Die Bandbreite der UMTS-Technik stößt dort schon heute an ihre Grenzen. Mit LTE erhält auch das mobile Internet wesentlich mehr Bandbreite, so dass auch große Userzahlen und riesige Datenmengen kein Problem darstellen. LTE eignet sich daher auch für enorm datenintensive Anwendungen wie etwa die Übertragung von Broadcast- und Multicastdiensten sowie für Live-Streams oder die Videotelefonie.