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Wer umzieht, profitiert Dank der TKG-Novelle, die seit Mitte Mai in Kraft ist, von einigen neuen Vorteilen, die sich sowohl auf die Vertragslaufzeit eines DSL- oder Telefonanschlusses als auch auf den Leistungsumfang beziehen.

 

Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kann jeder Verbraucher, der seinen Wohnort wechselt, seine Festnetz-, Internet- oder Mobilfunkverträge mitnehmen – und das ohne, dass die Laufzeit oder andere Vertragsbestandteile geändert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der aktuelle Provider diese Leistungen, wie etwa die vertraglich vereinbarte Übertragungsrate der Internetverbindung, am neuen Wohnort auch anbietet.

 

Kann der aktuelle Anbieter diese Leistung am neuen Wohnort jedoch nicht erbringen, ist eine frühere Kündigung mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende möglich. „Wird die vereinbarte Mindestgeschwindigkeit unterschritten, hat der Kunde ein Kündigungsrecht und muss sich nicht mit der Einstufung in einen anderen Tarif einverstanden erklären“, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

 

Die neuen Regelungen der TKG-Novelle betrifft zudem auch die Vertragslaufzeit. Bisher war es üblich, dass bei einem Umzug automatisch eine neue zweijährige Mindestvertragslaufzeit begann. Diese Reglung ist mit der TKG-Novelle außer Kraft gesetzt. Zudem sind künftig alle Provider verpflichtet, auch Verträge mit einer Mindestlaufzeit von nur zwölf Monaten anzubieten. Mittlerweile gibt es eine Reihe an Anbietern, die sogar Verträge ohne Mindestlaufzeiten anbieten. Hierbei bleibt der Kunde völlig flexibel und kann seinen Vertrag jeweils zum Monatsende kündigen. Dafür muss er allerdings mit deutlich höheren monatlichen Grundgebühren rechnen. Außerdem beinhalten diese Verträge eher selten Preis-Subventionen für die benötigte Hardware

 

Vor der TKG-Novelle stellte ein Umzug bisher keinen Kündigungsgrund dar. Dieser Umstand führte dazu, dass viele Verbraucher für ihren DSL- oder Festnetzvertrag während der noch laufenden Vertragszeit zahlen mussten, ohne dass sie diesen an ihrem neuen Wohnort auch nutzen konnten. Ist der aktuelle Provider jedoch in der Lage die vereinbarte Leistung zu liefern, ist das Unternehmen bei einem Wohnortwechsel berechtigt, für den Aufwand eine Gebühr vom Kunden zu verlangen. Diese Gebühr darf jedoch nicht höher sein, als das Entgelt für einen Neuanschluss.

 

Sofern ein Umzug geplant ist, empfiehlt es sich rechtzeitig mit dem aktuellen Provider in Kontakt zu treten, damit dieser prüfen kann, ob die vereinbarten Leistungen am neuen Wohnort auch geliefert werden können. Sofern der Telefon- oder Internetanschluss problemlos mitgenommen werden kann, sollte man spätestens zum Umzugstag eine Umschaltung der Anschlüsse in Auftrag geben. Hierfür stehen im Internet die entsprechenden Formulare zum Download bereit. Wer innerhalb desselben Ortsvorwahlgebietes umzieht, hat außerdem die Möglichkeit, seine Rufnummer mitzunehmen, und zwar unabhängig davon, ob er den Anbieter wechselt oder nicht.

 

Auch Mobilfunknummern können immer mitgenommen werden, da diese ortsunabhängig sind, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die TKG-Novelle betrifft außerdem auch Umzüge ins Ausland. „Da hiesige Firmen nur im Inland ein eigenes Mobilfunknetz betreiben und bei Auslandsgesprächen die Netze der dortigen Anbieter nutzen, dürfte regelmäßig die Kündigung greifen“, so die Profis der Verbraucherzentrale.